Orientierung

Es ist der 29.12. 2023. Das alte Jahr geht, ein neues Jahr kommt. Wobei, kommt ein neues Jahr? Die Zeit ist etwas, was wir Menschen brauchen, um uns zu orientieren, sie wird auch psychologische Zeit genannt. Die Einteilung in Jahre, Monate, Tage, Stunden Sekunden usw. – wir machen dadurch die Erfahrung des Älterwerdens und bewegen uns damit auch in selbst gesetzten Grenzen. Aber wir brauchen die Zeit bzw. die Zeiteinteilung.

Doch das Thema, das mich gerade bewegt und zu dem ich – aufgrund eines tiefen Impulses in mir – schreibe ist ein anderes.

Was wird das neue Jahr bringen? Wir sehen uns einer Welt gegenüber, die sich immer mehr von der entfernt, die wir kennen. Zumindest diejenigen von uns, die in meinem Alter, etwas jünger und natürlich älter sind. Wohin gehen wir als Zivilisation, als Gesellschaft? Hier im sogenannten Westen, aber auch überall anders auf der Welt. Haben wir die Entwicklung des (menschlichen) Lebens auf dieser Erde in der Hand, haben wir überhaupt noch eine Chance als Teil der Evolution zu überleben oder sind wir dabei einfach alles zu zerstören? Inwieweit können wir Entwicklungen aufhalten, die unsere Gesellschaft erschüttern und auch bedrohen? Was können wir Gewalt, Hass, Verleumdung, Gier u.v.m. entgegensetzen? Wollen wir diesen Irrungen des menschlichen Geistes überhaupt etwas entgegensetzen?

Ich habe heute wieder viel in Texten gelesen, die mir wichtig sind und die ich immer wieder lesen kann. Es gibt einige Menschen, an deren Weisheit ich mich orientiere. Einer davon ist Claus Eurich, den ich als Autor, Vortragenden und Weisheitslehrer sehr schätze. Seinen Blog Blog | Interbeing lese ich regelmäßig und habe heute für mich wieder einige Erkenntnisse gewonnen.

Eine davon ist, dass mein Impuls mein Haus damals zu kaufen, um einen Ort des ‚zur Ruhe Kommens‘ für andere Menschen zu schaffen, der richtige gewesen ist. Denn – so Claus Eurich – es ist wichtig, in diesen stürmischen und transformativen Zeiten, kleine soziale Inseln der Hoffnung zu gestalten, die im Sturm der Wandlung Geborgenheit schenken.

Eine weitere (nicht neue, aber immer wieder wichtige) Erkenntnis ist die, dass wir – die wir uns eine friedvolle Welt wünschen, in der alle Lebewesen in Würde leben können – immer etwas bewirken können. Wir können das sein, was wir uns ersehnen. Wir (also Menschen meiner Altersgruppe) werden das in diesem Leben vermutlich nicht mehr erleben, aber wir können den Boden dafür bereiten.

Wenn wir uns mehr Licht in der Welt wünschen, dann müssen wir selbst wie ein Licht leuchten. Ich glaube an den Menschen, wir sind soviel mehr als wir mit dem Verstand begreifen können. Wir tragen alles in uns, das sogenannte ‚Gute‘ und ‚Böse‘. Die Frage ist, worauf richten wir unseren Fokus? Auf das Schreckliche, das in der Welt geschieht oder auf das Schöne, das es z.B. allein in der Natur gibt.

Wir werden die Dinge nicht von heute auf morgen ändern, diese Betrachtungsweise wäre vollkommen naiv. Aber die Ausrichtung auf das, was wir uns in Zukunft für eine gesunde Erde bzw. Schöpfung, deren Teil wir als Menschen sind, wünschen, können und müssen wir bewusst tagtäglich praktizieren. Eine Trägheit des Bewusstseins, wie sie derzeit vorherrscht, können wir uns nicht mehr erlauben.

So kann ein Vorsatz für das neue Jahr 2024 (und darüber hinaus) folgender sein: ich richte mich darauf aus, dass durch mich sowie mein Handeln immer mehr Liebe und Güte in die Welt kommt.

Die Liebe ist eine starke transformative Kraft und der Mensch fähig, Liebe zu geben und zu nehmen. Das ist ein unermessliches Potential in uns!

Nutzen wir es – zum Wohle der gesamten Schöpfung.

In diesem Sinne wünsche ich dir ein ‚erfolg-REICHES‘ neues Jahr 2024.