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Zwei Delphine im roten Meer

Lächeln

Es gibt immer wieder Menschen, die mich inspirieren. Manche schon lange, manche immer wieder und manche erst seit kurzem. Ein Mensch, der mich immer wieder inspiriert und vor dessen Weisheit ich tiefen Respekt empfinde, ist der Benediktinermönch Bruder David Steindl-Rast. Ich weiß gar nicht mehr, wann und wie ich auf ihn aufmerksam geworden bin, doch das Wichtigste ist, dass ich auf ihn getroffen bin. Er ist aus Wien, ist mittlerweile 97 Jahre alt und lebt seit 1953 in den USA. Eines seiner Themen ist das Thema ‚Dankbarkeit‘, dazu gibt es auch eine Website Welcome to Grateful Living, vielleicht spricht sie dich an.

Heute habe wieder einmal in seinem Buch ‚Einladung zur Dankbarkeit’ geblättert und bin an folgendem Satz hängengeblieben: „Frage dich nicht ‚wie hole ich am meisten aus dem Tag heraus‘, sondern ‚wie kann ich heute jemanden ein wenig glücklicher machen‘.“

Dieser Satz hat mich nun dazu inspiriert, den heutigen Blog zu schreiben.

Denn ist es nicht so, dass wir vor allem heute immer mehr darauf ausgerichtet sind, unseren Tag effizient zu gestalten? Wie wir alles (was auch immer dazu gehört) ‚unter einen Hut bringen‘ müssen (oder glauben zu müssen). Dass wir uns darüber definieren, was wir geleistet haben, und wie toll oder weniger toll wir uns dann wahrnehmen?

Ist es nicht so, dass viele dann am Ende des Tages einfach nur erschöpft sind, von dem was sie alles aus dem Tag ‚herausgeholt‘ haben? Dass sich keine Erfüllung, sondern stattdessen Leere ausbreitet, was dazu führt, dass man versucht noch mehr zu erreichen, um sich endlich großartig zu finden.

Wie wäre es, einfach nur mal zwischendurch zu lächeln?

„Die kürzeste Verbindung zwischen zwei Menschen ist ein Lächeln“ sagt ein Sprichwort. Wenn wir uns anlächeln, dann tritt ein Entspannungseffekt ein und wir signalisieren dem Gegenüber Wohlwollen. Wir können uns somit gegenseitig etwas Gutes tun. Nun das ist nichts Neues, doch ich finde es immer wieder wichtig, sich dessen bewusst zu werden.

Wir Menschen sind fühlende Wesen und brauchen gegenseitige Zuwendung, dazu braucht es gar keine körperliche Berührung, es reicht auch die Berührung auf Herzensebene. Wenn jemand mein Herz berührt, dann empfinde ich großes Glück und ein Strahlen macht sich in meinem Herzen breit. Dann spielt es keine Rolle, ob ich etwas geleistet habe oder nicht, denn die Berührung meines Herzens beruht nicht auf einer Bedingung, die ich erfülle.

Bedingungslos – jemanden anlächeln, glücklich machen, einfach sein.

Was kannst du tun, um jemanden heute ein wenig glücklicher zu machen? Vielleicht ein Lächeln, das du dem Menschen an der Supermarktkasse schenkst? Oder irgendjemandem, den du auf der Straße oder im Bus siehst? Oder was auch immer du meinst, tun zu können. Lass es mich auch gerne unter Kontakt Beziehungs-Werkstatt Westerwald wissen.

Wenn wir etwas in unserem Zusammenleben und in unserer Welt verändern wollen, dann muss es sich dabei nicht um großartige Taten handeln. Es genügt schon, wenn wir im gegenseitigen Miteinander und in unseren Beziehungen mehr Dankbarkeit füreinander und vor allem mehr Respekt voreinander empfinden. Das können wir im Kleinen ändern und irgendwann ist es dann eine große Welle, die sich ausbreitet und in neues Bewusstsein füreinander führt.

Daran wollte ich uns mit diesem Beitrag wieder erinnern.


Verschneite Sitzbank bei Mittelhof

Frau sein 1

Vor ein paar Tagen fiel mir ein Buch in die Hand, welches meine Freundin aus Wien hier vergessen hatte. Darin geht es um die Wiederentdeckung der weiblichen Kräfte und wie dies gelingen kann. Es ist ein gutes Buch und mit Sicherheit gibt es viele wertvolle Anregungen, wie zum Beispiel verschiedene Arten von Meditation, darin. Im Grunde habe ich nicht wirklich etwas Neues entdecken können, aber das Buch hat mich dazu inspiriert, den heutigen Blog zum Thema ‚Frau sein‘ zu schreiben. Und da er die Nummer 1 trägt, wird es nicht der letzte sein. Ich bin gespannt, was sich daraus weiterentwickelt und habe schon eine Ahnung in mir.

Es ist sehr wichtig, Bücher über dieses Thema zu schreiben und Frauen zu ermutigen, achtsamer mit sich umzugehen und mehr Bewusstheit für sich sowie ihren Körper zu entwickeln. Denn wir haben, was das Thema Selbstfürsorge betrifft, immer noch einen großen Aufholbedarf.

Um für dich selbst besser sorgen zu können, ist es allerdings wichtig herauszufinden, was dich bis jetzt daran gehindert hat, genau das zu tun. Die Ursachen dafür sind den meisten Menschen überhaupt nicht bewusst. Sie liegen nämlich auf einer unbewussten Ebene und sind daher sehr schwer zu identifizieren. Dazu bedarf es jemanden, der über das nötige Wissen verfügt und weiß, wie man diese Muster entdeckt sowie auflöst. Das ist meine Aufgabe.

Nicht gut für sich zu sorgen bzw. gut auf sich zu schauen, liegt gerade bei Frauen oft an einem Mangel an Selbstwertgefühl sowie Selbstachtung. Das Fundament wird in der Kindheit geschaffen, das Muster zieht sich dann weiter durch die Jugend hinein in das Erwachsenenalter und kann sie auch – sollten sie bis dahin nichts ändern – bis zum Tod begleiten. ‚Ich bin halt so‘ – heißt es dann oft. Ich frage meine Klientinnen dann, ob sie glauben, dass sie so auf die Welt gekommen sind. Meistens lautet die Antwort: ‘eigentlich nicht‘. Dann machen wir uns auf die Spurensuche und entdecken in Folge, dass die Muster in der Regel aus dem Familiensystem übernommen wurden. Das betrifft übrigens nicht nur Frauen zwischen 40 und 70 plus, sondern auch jüngere.

In der Arbeit mit Frauen tauchen immer wieder sehr ähnliche Themen auf, unabhängig von Herkunft, Bildung und Wohlstand. Es sind sich wiederholende Muster und Dynamiken, die auf einer vollkommen unbewussten Ebene liegen. Daher ist die Auseinandersetzung mit sich selbst und der eigenen Biografie so wichtig, um dem Leben bewusst eine andere Richtung zu geben. Frauen sind aus meiner Erfahrung hier viel aufgeschlossener als Männer. Dabei haben die Rollen, die wir als Frauen und Männer in unserer doch so modernen Gesellschaft haben, immer noch einen großen Anteil. Männer stellen sich zum Bespiel einfach weniger in Frage, das kann ‚frau‘ durchaus von ihnen lernen 😊.

Aus meiner eigenen Lebenserfahrung – ich hatte natürlich auch unbewusste Muster aufzulösen, um in meine Kraft zu kommen – und die Arbeit mit vielen Frauen kann ich dir mit Gewissheit sagen, dass das in uns Frauen schlummernde Potential ein riesiges ist. Und es ist ganz wichtig, dieses zu erwecken, da es immer noch keine Balance zwischen der weiblichen und der männlichen Energie gibt. Das führt dazu, dass es in vielen Bereichen – wie zum Beispiel bei der Anzahl der weiblichen Führungskräfte in Unternehmen – nur sehr langsam eine Entwicklung gibt. Ich habe vor vielen Jahren ein Konzept dazu entwickelt und daher Einblick in das Thema. Mehr dazu in weiteren Blogs.

Die Qualitäten, die Frauen in die Welt bringen sind vor allem die Intuition, aber auch Fürsorglichkeit, Mitgefühl, Verbundenheit mit dem eigenen Körper, Feinfühligkeit, Sanftheit, Kreativität und viele mehr. Dies alles sind Qualitäten, die es in unserer Welt braucht, um ein gesundes Miteinander zu leben. Und wer wünscht sich das nicht von uns?

Viele Frauen haben sich bzw. ihre wahre Natur verloren und fühlen sich dann auch ‚lost‘. Doch es sind nur unbewusste Muster, die dich von deinem Wesenskern fernhalten. Sie zu erkennen und dann bewusst aufzulösen, bringt dir eine Freiheit, die dir niemand mehr nehmen kann und die dich in dein wahres Potential führt.

Um mit Dr. Martin Luther King jr. zu sprechen: Du musst nicht den ganzen Weg sehen. Mach einfach den ersten Schritt.

In deine unfassbar große Kraft als Frau.

Ich freue mich auf deine Impulse unter Kontaktinformationen Beziehungs-Werkstatt Barbara Sipos

 


Blick in Hügellandschaft mit Raureif

Selbstfürsorge

Was bedeutet eigentlich Glück? Es ist ein viel strapaziertes Wort mit sehr vielen Bedeutungen. Vor allem ist es mit ganz unterschiedlichen Vorstellungen, die Menschen davon haben, verbunden.

Ich fühle mich seit gestern mal wieder besonders glücklich. Es ist ein Gefühl, das mit Worten nur unzulänglich beschrieben werden kann. Eigentlich ist es für mich ein Gefühl der inneren Weite, einer tiefen Verbindung mit mir und allem, was um mich herum ist. Es ist das innere Wissen, dass alles in meinem Leben – so wie es ist – gut ist, auch wenn es mal nicht so gut ist.

Was mir jedoch immer wieder besonders auffällt ist, dass ich besonders dann im Frieden mit mir und mit allem bin, wenn ich gut für mich sorge. Nicht, dass ich das die letzten Jahre nicht getan hätte. Aber der Hauskauf und alles, was damit verbunden war wie zum Bespiel die Renovierung, hat einiges an Energie gekostet, die ich an anderer Stelle nicht aufbringen konnte und für die nun der Raum da ist.

Ich bin sehr gern für andere Menschen da und liebe meine Berufung als Coach. Dennoch ist es – im Sinne der Selbstfürsorge – wichtig, für mich selbst zu sorgen. Das war für mich im Laufe meines Lebens genauso eine Lernaufgabe wie es für viele andere Menschen ist. Die Erfahrung in meiner Arbeit hat mir gezeigt, dass besonders Frauen dazu neigen, mehr für andere als für sich selbst da zu sein. Daraus entsteht sehr oft ein Energiedefizit und in der Folge Unzufriedenheit. Es fehlt die Verbindung mit sich selbst, man ‚spürt sich‘ nicht.

Die Verbindung mit sich selbst wiederzufinden, bedarf nicht unbedingt großer Anstrengungen. Was es für dich sein kann, weiß ich nicht, aber ich bin mir sicher, es gab Momente in deinem Leben, in denen du sie ganz intensiv gespürt hast. Vielleicht bei einem Spaziergang oder beim Betrachten eines schönen Bildes.

Die Verbindung zu dir selbst ist auch wichtig für deine Selbstentfaltung. Wir haben so viele Facetten in uns und wissen es oft nicht. Mir wurde einmal gesagt, dass ich wahnsinnig bunt bin – und damit war nicht mein Äußeres gemeint. Das war mir in dieser Form auch nicht bewusst, aber der Mann – ein Physiotherapeut – hatte recht damit. Ich habe so viele Facetten, dass es manchmal auch anstrengend ist – für mich und meine Umgebung.

Vielleicht magst du mich wissen lassen (Kontaktinformationen Beziehungs-Werkstatt Barbara Sipos), was für dich Selbstfürsorge bedeutet oder wann du dich besonders mit dir verbunden fühlst. Der Blog soll nicht nur ein Monolog sein. Ich freue mich, wenn daraus ein Dialog wird, denn wir können alle voneinander lernen und uns mit unseren Erfahrungen ‚be-reich-ern‘. Im wahrsten Sinne des Wortes.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Wolkenhimmel mit Sonnenuntergang in Mittelhof

Orientierung

Es ist der 29.12. 2023. Das alte Jahr geht, ein neues Jahr kommt. Wobei, kommt ein neues Jahr? Die Zeit ist etwas, was wir Menschen brauchen, um uns zu orientieren, sie wird auch psychologische Zeit genannt. Die Einteilung in Jahre, Monate, Tage, Stunden Sekunden usw. – wir machen dadurch die Erfahrung des Älterwerdens und bewegen uns damit auch in selbst gesetzten Grenzen. Aber wir brauchen die Zeit bzw. die Zeiteinteilung.

Doch das Thema, das mich gerade bewegt und zu dem ich – aufgrund eines tiefen Impulses in mir – schreibe ist ein anderes.

Was wird das neue Jahr bringen? Wir sehen uns einer Welt gegenüber, die sich immer mehr von der entfernt, die wir kennen. Zumindest diejenigen von uns, die in meinem Alter, etwas jünger und natürlich älter sind. Wohin gehen wir als Zivilisation, als Gesellschaft? Hier im sogenannten Westen, aber auch überall anders auf der Welt. Haben wir die Entwicklung des (menschlichen) Lebens auf dieser Erde in der Hand, haben wir überhaupt noch eine Chance als Teil der Evolution zu überleben oder sind wir dabei einfach alles zu zerstören? Inwieweit können wir Entwicklungen aufhalten, die unsere Gesellschaft erschüttern und auch bedrohen? Was können wir Gewalt, Hass, Verleumdung, Gier u.v.m. entgegensetzen? Wollen wir diesen Irrungen des menschlichen Geistes überhaupt etwas entgegensetzen?

Ich habe heute wieder viel in Texten gelesen, die mir wichtig sind und die ich immer wieder lesen kann. Es gibt einige Menschen, an deren Weisheit ich mich orientiere. Einer davon ist Claus Eurich, den ich als Autor, Vortragenden und Weisheitslehrer sehr schätze. Seinen Blog Blog | Interbeing lese ich regelmäßig und habe heute für mich wieder einige Erkenntnisse gewonnen.

Eine davon ist, dass mein Impuls mein Haus damals zu kaufen, um einen Ort des ‚zur Ruhe Kommens‘ für andere Menschen zu schaffen, der richtige gewesen ist. Denn – so Claus Eurich – es ist wichtig, in diesen stürmischen und transformativen Zeiten, kleine soziale Inseln der Hoffnung zu gestalten, die im Sturm der Wandlung Geborgenheit schenken.

Eine weitere (nicht neue, aber immer wieder wichtige) Erkenntnis ist die, dass wir – die wir uns eine friedvolle Welt wünschen, in der alle Lebewesen in Würde leben können – immer etwas bewirken können. Wir können das sein, was wir uns ersehnen. Wir (also Menschen meiner Altersgruppe) werden das in diesem Leben vermutlich nicht mehr erleben, aber wir können den Boden dafür bereiten.

Wenn wir uns mehr Licht in der Welt wünschen, dann müssen wir selbst wie ein Licht leuchten. Ich glaube an den Menschen, wir sind soviel mehr als wir mit dem Verstand begreifen können. Wir tragen alles in uns, das sogenannte ‚Gute‘ und ‚Böse‘. Die Frage ist, worauf richten wir unseren Fokus? Auf das Schreckliche, das in der Welt geschieht oder auf das Schöne, das es z.B. allein in der Natur gibt.

Wir werden die Dinge nicht von heute auf morgen ändern, diese Betrachtungsweise wäre vollkommen naiv. Aber die Ausrichtung auf das, was wir uns in Zukunft für eine gesunde Erde bzw. Schöpfung, deren Teil wir als Menschen sind, wünschen, können und müssen wir bewusst tagtäglich praktizieren. Eine Trägheit des Bewusstseins, wie sie derzeit vorherrscht, können wir uns nicht mehr erlauben.

So kann ein Vorsatz für das neue Jahr 2024 (und darüber hinaus) folgender sein: ich richte mich darauf aus, dass durch mich sowie mein Handeln immer mehr Liebe und Güte in die Welt kommt.

Die Liebe ist eine starke transformative Kraft und der Mensch fähig, Liebe zu geben und zu nehmen. Das ist ein unermessliches Potential in uns!

Nutzen wir es – zum Wohle der gesamten Schöpfung.

In diesem Sinne wünsche ich dir ein ‚erfolg-REICHES‘ neues Jahr 2024.


Schneebedeckter Strauch im Wald

Gedanken zur Weihnachtszeit

Seit ein paar Tagen trage ich mich nun schon mit den Gedanken, einige Worte zum Thema Weihnachtszeit zu schreiben, doch irgendwie wollte mir nicht wirklich etwas dazu einfallen. So schreibe ich jetzt einfach darauf los und sehe, was dabei herauskommt. Du bist also von Anfang an bei der Entwicklung dieses Textes dabei, wenn du dies liest.

Vielleicht beginne ich einfach damit, dir ein paar Fragen zu stellen, die du für dich beantworten kannst, wenn du das möchtest: Wie geht es dir in dieser Zeit vor Weihnachten, wie wirst du Weihnachten verbringen, hat das Fest eine Bedeutung für dich oder nicht? Gestaltest du es so, wie du es möchtest oder so wie andere es von dir erwarten? Wenn du etwas an Weihnachten ändern würdest wollen, was wäre es und gibt es eine Möglichkeit für dich dies umzusetzen?

Wir hatten vor einer Woche in einem Online Zirkel, der sich regelmäßig trifft, einen Austausch darüber, ob man Weihnachten (und andere Feste) nicht anders feiern kann. Die Stimmen dazu waren unterschiedlich, da Menschen unterschiedliche Bedürfnisse haben und es in Ordnung ist, diese zu leben. Die Problematik ergibt sich doch – meines Erachtens – nur daraus, dass wir noch immer sehr viel bewerten, was andere tun bzw. glauben, Erwartungshaltungen entsprechen zu müssen.

Bewertung ist eine innere Haltung, die wir aufgrund von unterschiedlichen Prägungen entwickeln. Von Kindesbeinen an werden wir in Bewertungen sozialisiert und merken es dann vielleicht einmal später, wenn wir in der Lage sind uns zu reflektieren. Aus Bewertungen zu entkommen gelingt erst, wenn man sich dessen bewusst ist, dass man in Bewertungen verhaftet ist. Wir bewerten alles, aber wir werden auch bewertet. Bewertungen – das sind für mich auch Grenzen, in denen Menschen sich bewegen. Inwieweit lässt du dich in deinem Wohlbefinden durch Bewertungen beeinflussen oder bewertest selbst oft?

Für eine gesunde Weiterentwicklung unserer Gesellschaft ist es für mich unabdingbar immer weniger zu bewerten, vor allem andere Menschen in unserem Umfeld. Wir alle haben unsere eigene Geschichte, niemand ist so wie er ist auf die Welt gekommen, jeder hat eine eigene Entwicklung durchlaufen. Das bedeutet nicht, dass wir alles an anderen Menschen akzeptieren müssen. Aber es bedeutet für mich, das Schicksal eines anderen Menschen – sei er oder sie mir auch noch so unsympathisch – zu achten. Es steht uns nicht zu, den Menschen und seine Lebensgeschichte zu bewerten.

Nicht zu bewerten, führt zu mehr Frieden in uns selbst und damit zu mehr Zufriedenheit im Sinne eines friedvollen Miteinanders, im Kleinen wie auch im Großen. Wer wünscht sich das nicht für sich und auch für unsere Welt? Auch wenn es kleine Schritte sind, es sind überaus wichtige Schritte, die irgendwann hoffentlich zu einem achtsamen Umgang mit ALLEM führen.

Weihnachten – das Fest der Liebe. Eine Botschaft, die uns das Christentum – in dessen Tradition ich sozialisiert wurde – vermittelt, ist: liebe deinen Nächsten wie dich selbst.

Noch eine Frage an dich: auf einer Skala von 0 bis 10 – inwieweit liebst du dich selbst? Ich meine hier nicht die Selbstverliebtheit der Narzissten (die auch nicht so auf die Welt gekommen sind), sondern die Eigenliebe im Sinne der Selbstfürsorge? Wenn du die Frage für dich schwer oder nicht befriedigend für dich beantworten kannst oder meinst, dass da noch Luft nach oben ist, dann könntest du dir ja selbst ein Weihnachtsgeschenk machen und beginnen, dir mehr Selbstliebe zu schenken.

Am Ende dieses Blogs sehe ich, dass ich ihn online stellen kann, der Text hat sich entwickelt, und ich wünsche dir nun ein im wahrsten Sinn des Wortes fried- und wertvolles Weihnachtsfest.


Ruhige Tälerlandschaft mit leichtem Nebel Mittelhof

Richtungswechsel

Wie gehst du mit deinem Leben um? Wie gehst du mit dir um? Wie mit deiner Gesundheit?

Natürlich gehört alles zusammen, wir sind nicht getrennt von unserem Körper, wir sind ein ‚Ich‘ und wir sind Leben. So wie Albert Schweitzer, der große Philosoph, Arzt und Friedensnobelpreisträger sagte: „Ich bin das Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.“

Ich habe nicht nur ein Leben, ich bin Leben und um mich herum ist auch Leben, das leben will.

Zurzeit denke ich wieder viel über das Leben und wie ich es lebe nach. Und darüber wie schnell das auch alles vorbei sein kann. Grund dafür ist, dass in meinem Freundeskreis jemand (noch relativ jung) sehr schwer an Krebs erkrankt ist und die Aussichten auf eine vollkommene Genesung sehr gering sind. Die Vorstellung, in welcher Ausnahmesituation sich die Familie befindet und welche emotionalen Zustände sie erleben, ist schlimm und eigentlich eben nicht vorstellbar.

Die Situation konfrontiert mich natürlich auch mit der eigenen Endlichkeit und die der Menschen, die ich liebe und die mir nahestehen. Wir sind alle in einem Alter, in dem die Zeit, die vor uns liegt kürzer ist als die Zeit, die hinter uns liegt. Vieles erscheint mir total absurd, wenn ich an mein sehr abwechslungsreiches Leben zurückdenke. Und es erscheint auch absurd, dass die Zeit, die noch bleibt, begrenzt ist und vieles einfach nicht mehr eintreten wird.

Aber es ist auch okay, denn ich bin sehr zufrieden und damit auch im Frieden mit mir. Ich muss gar nichts mehr, ich darf nur noch und das fühlt sich sehr schön an. Der Weg dorthin war zwar anstrengend, aber es hat sich mehr als gelohnt als ich mein Leben Ende 2007 vollkommen auf den Kopf gestellt habe, ohne zu wissen wohin die Reise wirklich geht. Ich wusste aber, dass ich – wenn ich die Richtung nicht ändere – mein Leben sein Thema verfehlt und ich so nie herausfinden werde, wer ich eigentlich bin und was mich ausmacht. So habe ich einen radikalen Richtungswechsel eingeleitet, der mich nicht nur zu meiner Berufung, sondern zu mir selbst geführt hat. Ich gehe viel bewusster mit mir, mit meinem Leben und auch mit anderen Menschen um.

Mit welchem Blick siehst du auf dich, auf dein Leben? Was wäre, wenn du wüsstest, dass dir nicht mehr viel Zeit bleibt? Hast du das Gefühl, dass dein Leben erfüllt war, oder bist du noch immer auf der Suche nach dem, was dich glücklich sowie zufrieden macht? Erfüllung kommt nicht von außen, sie kommt aus unserem tiefsten Inneren, sie kommt aus der Verbindung mit uns selbst. Es ist schwer zu beschreiben, das Gefühl kann man nur erleben. Es ist das Gefühl einer starken Verbundenheit mit allem was ist, ein Glücksgefühl, das das Herz ganz weit macht und uns spüren lässt, wie schön das Leben ist.

Ich weiß, angesichts der derzeitigen Konflikte mag das vielleicht zynisch klingen. Und es geht auch nicht darum, kein Mitgefühl zu haben. Aber es geht darum, dass wir, denen es wirklich gut geht und die nichts zu befürchten haben, uns bewusst machen, was wir hier haben. Dass wir ein gutes und sicheres Leben führen können, dass wir gesund sind, dass wir uns ernähren können, dass wir einen guten Freundes- und Familienkreis haben, dass wir eine Arbeit haben und Geld verdienen. Das allein sind schon sehr gute Rahmenbedingungen für ‚Glücklichsein‘. Und dennoch sind sehr viele Menschen, die das alles haben, unzufrieden.

Nochmal: mit welchem Blick siehst du auf dich und dein Leben? Was würdest du gerne ändern? Und wie lange willst du noch darauf warten? Hast du die Möglichkeit dazu? Was hindert dich daran, es zu tun, und ist es wirklich ein Hinderungsgrund?

Ich wusste damals, ich darf nicht mehr warten und bin in unbekannte Gewässer gesprungen. Das war nicht einfach, ich habe auch Angst gehabt vor dem, was auf mich zukommt. Viele haben es nicht verstanden, ich anfangs auch nicht. Aber das Leben hat mich getragen und bis hierher zu dir geführt. Ich konnte es und du kannst es auch, du brauchst nur ein wenig Mut und Zuversicht sowie jemanden der an dich glaubt und dich moralisch unterstützt.

Martin Luther King jr. sagte: „Du musst nicht den ganzen Weg sehen. Mach einfach den ersten Schritt.“

In diesem Sinne möchte ich dich ermutigen und mit meinen Gedanken inspirieren sowie dich auch sehr gerne auf dieser Reise begleiten. Dein Blick auf das Leben wird ein anderer sein.

 

 


Pinkfarbene Echinacea im Garten Mittelhof

Bei mir sein

In Tagen wie diesen, in denen wir mit so viel Gewalt und Hass konfrontiert sind, fällt es vielen schwer gut bei sich zu bleiben. Auch mir ist es vor 2 Wochen so gegangen. Ich wusste überhaupt nicht, was mit mir los war und was diese Nervosität in mir verursacht hat. Du kennst wahrscheinlich den Ausdruck ‚ich bin ganz außer mir‘. Das drückt den Zustand, wenn man nicht bei sich ist, sehr gut aus.

‚Außer sich sein‘ – das bedeutet, dass du nicht zentriert bist, dass deine Gedanken überall sind, nur nicht bei dir, dass du nicht in deiner Mitte sowie nicht fokussiert bist. Es ist ein sehr unangenehmer Zustand, aber für sehr viele Menschen leider der Normalzustand. Den Unterschied erkennt man nur, wenn man weiß wie es sich ‚bei sich zu sein‘.

Das ist gerade heutzutage besonders schwierig und gerade deshalb ist es so wichtig, sich immer wieder zu fragen, worum es eigentlich gerade geht.

Was also kannst du tun, damit du wieder ‚zu dir kommst‘ und dich nicht zu sehr in das Zeitgeschehen hineinziehen lässt:

  • Frage dich, was genau dich ‚aushebelt‘
  • Solltest du keine Antwort finden, dann suche das Gespräch mit einem Menschen, der gelassener ist als du
  • Überdenke, wie leicht oder schwer es dir fällt dich abzugrenzen (Menschen und Situationen betreffend)
  • Reduziere oder verzichte eine Zeitlang auf Medienkonsum – wenn etwas geschieht, das dich betrifft, wirst du es erfahren
  • Höre Musik, die dich berührt bzw. gute Emotionen aufkommen lässt oder lese ein nettes Buch
  • Frage dich immer wieder, was dir guttut und mache es
  • Kümmere dich um andere Menschen, die vielleicht deine Hilfe oder nur ein Ohr, das zuhört, brauchen
  • Lade Freunde zu einem schönen Essen ein und genieße das Miteinander
  • Versuche dich immer wieder zu fragen, was oder wen du am meisten liebst und zeige deine Liebe

Nun es gibt sicher noch einige Möglichkeiten, um gut zu dir zu kommen, dies soll nur ein Angebot sein, das dich vielleicht inspiriert.

Wir können nur unsere unmittelbare Umgebung beeinflussen bzw. unser und das Wohlbefinden von Menschen, die uns nahestehen. Alles andere ist schwierig, wenn man nicht gerade eine Person von großer Bedeutung ist. Natürlich können wir Mitgefühl mit den Menschen haben, die sich gerade z.B. in einem Kriegsgeschehen befinden. Du kannst aber an ihrer Situation nichts ändern, sondern nur daran, wie es dir damit geht und welchen Fokus du hast Es nützt niemandem etwas, wenn es dir schlecht geht bzw. du nicht ‚bei dir bist‘. Am wenigsten dir selbst.

Wir leben heute in einer Welt, die immer komplexer wird und sich gerade in einem massiven Umbruch befindet. Das müssen wir einfach akzeptieren. Eine große Unterstützung in dieser Phase sind tragfähige Beziehungen in unserem Leben. Tragfähig heißt, dass diese auch Belastungen aushalten dürfen und nicht alles ‚Friede, Freude, Eierkuchen‘  sein kann. Es sind die kleinen Systeme, die wir überschauen und auch positiv beeinflussen können. Viele kleine Systeme ergeben wiederum ein großes System. So gelingt Veränderung auf kollektiver Ebene und irgendwann (jede Zeitangabe wäre unseriös) dann auf globaler Ebene.

Beginnen kannst du jederzeit.


Baumwurzeln beim Kloster Marienstatt im Westerwald

Ankommen

„Mega, einfach nur megaaaaa deine Homepage mit deiner Heimat im Hintergrund“ – diesen Satz schrieb mir eine ehemalige Kollegin und Freundin als Reaktion auf meine Webseite. Der Satz hat mich sehr berührt und ich schrieb zurück: „Das freut mich sehr. Und ja, das ist meine Heimat und hier habe ich gefunden, wonach ich mein Leben lang gesucht habe.“

Ja ich habe sehr lange nach meiner Heimat gesucht, wusste nicht, wo sich diese eigentlich befindet bzw. wo ich sie finden kann.

Ich bin ja in Deutschland geboren worden, aber mit knapp 10 Jahren mit der Familie nach Österreich gegangen und war dort tatsächlich heimatlos bzw. entwurzelt. 45 Jahre habe ich dann im Raum Wien gelebt und diesen dann irgendwann als meine Heimat gesehen, aber gefühlt habe ich es nicht wirklich. Immer wieder war der Wunsch da, nach Deutschland zurückzukehren, doch auch da hatte ich keine wirkliche Heimat. Es gab außer meiner restlichen Familie in Deutschland niemanden, zu dem ich Bezug gehabt hätte. Und die Familie ist zerstreut, auch da gab es keinen ‚Heimathafen‘.

Heimatlos – so habe ich mich immer wieder gefühlt. Nicht wirklich dazugehörig, weder in Österreich als auch in Deutschland.

Aber was ist Heimat eigentlich? Das habe ich mich immer wieder gefragt und bin nun mit zunehmendem Alter zu der Einsicht gekommen, dass ich die Heimat in mir selbst gefunden habe. In mir selbst angekommen zu sein, bei mir sein, meinem Wesen entsprechend zu leben.

Ich habe hier in Mittelhof genau die Umgebung gefunden, die mir entspricht, meinem wahren Wesen. Nicht dem Menschen, der ich früher glaubte sein zu müssen, um den gängigen Anforderungen zu entsprechen. Der Weg dorthin hatte schon lange begonnen, ich habe gespürt, dass mich in Österreich – außer meinen lieben Freunden – nichts mehr hält.

Dieser Prozess hat insgesamt 3 Jahre gedauert. Erst dann war ich soweit, den Entschluss zu fassen, nach Deutschland zurückzugehen, weil mir meine Intuition das gesagt hat. Intuitiv bin ich dann weiter vorgegangen, bin meinen Impulsen gefolgt und dann letztendlich hier in Mittelhof – das du auf manchen Bildern sehen kannst – gelandet. Ich habe das Haus, das renovierungsbedürftig war, aus dem Bauch heraus gekauft, wusste beim ersten Blick im Internet, dass es mein Haus ist. Ich wohnte zu diesem Zeitpunkt noch in Österreich und kannte den Raum Wissen überhaupt nicht. Aber als ich es mir ansah bzw. nach Mittelhof kam, spürte ich, dass dieser Ort für mich und mein Vorhaben genau der richtige ist.

Hier kann mein Wesen sich ausdrücken, die Ruhe finden, die es braucht, ich darf einfach sein – und ich bin einfach. Ich habe meine Heimat in mir gefunden, und deshalb ist hier meine Heimat. Denn sie spiegelt mich bzw. meinen Wesenskern wider. Und das empfinde ich als großes Geschenk. ‚Not-wendig‘ im wahrsten Sinn des Wortes war dazu, die Auseinandersetzung mit mir selbst und mit meinen Wünschen sowie Ängsten bzw. Befürchtungen. All das lehrte mich, immer mehr meine immer vorhandene, aber zu wenig beachtete, Intuition zu schärfen und auf sie zu hören. Dazu war es wichtig, Verstandesentscheidungen zu hinterfragen und mich von alten Mustern zu befreien. Der Weg war ein langer sowie auch sehr beschwerlicher, aber auch ein sehr lohnender. Ich möchte die Meilensteine, die oft auch Stolpersteine waren, nicht missen.  Sie haben mich immer mehr zu mir selbst gebracht und schlussendlich nach Mittelhof bzw. dem Ort, wo ich meiner Berufung nachgehe.

Meine Heimat – sie ist in mir selbst.